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Verlieren lernen

Siegen ist schwer. Man muss alle anderen schlagen.
Verlieren ist noch schwerer. Man muss sich selber schlagen.
Das ist eine der wichtigsten Lektionen, die Kinder beim Spielen lernen.

Der noch USA- Präsident möchte uns noch ein letztes Mal zeigen, was er in seiner Kinderstube nicht gelernt hat.

In einer Diskussion über Corona hörte ich kürzlich die Aussage, Menschen, die zu Verschwörungen greifen, seien ,überforderte Empiriker'. Sie verliessen sich ganz auf ihre Erfahrungen und Kenntnisse. Was sich damit nicht erfassen liesse, würde deshalb mit dem einfachsten Muster darüber erklärt. Das sei dann der Deep State, die Medien, Bill Gates oder was immer - auf jeden Fall eine Macht, die aus dem dunklen Urgrund ihrer Ängste und Befürchtungen wächst. (,Wem traust Du alles zu?' ,Eben!')

Ich staune einmal mehr, dass das Symbol des absoluten Scheiterns - das Kreuz - das Herzstück des christlichen Glaubens ist. Es gibt immer wieder Versuche, es zu einem Triumphzeichen zu erklären. Anfällig dafür sind vor allem 'the winner takes it all'-Kulturen wie die Evangelicals in den USA oder autoritäre Machtsysteme wie das mittelalterliche Kaisertum (Kreuzzüge) oder Papsttum. 

Doch die wahre Grösse des Menschen Jesus von Nazareth zeigt sich nicht im Triumph, sondern in der Liebe zu den Menschen und in seinem Glauben an das ,Reich Gottes', für den er mit Leib und Leben einsteht - bis zum absoluten Scheitern auf dem Hinrichtungshügel Golgota.

Philipp Roth

philipp.roth@erk-bs.ch
Kirchgemeinde Kleinbasel


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