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Normalität Ausnahme

Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei Fünfer? Und nicht einer von ihnen ist bei Gott vergessen.
Und ihr erst - bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt!

Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.  (Lukas 12, 6-7)

Vom einen in den anderen ,Ausnahmezustand’.  Von der C-Zeit in die Schulferienzeit.
Nach meinem Befinden gefragt, greife ich gern zu diesem Bild.
Und erschrecke beim zweiten Nachdenken über die Normalität, die der Begriff ,Ausnahme’ voraussetzt.
(Keine Regel ohne Ausnahme. Keine Ausnahme ohne Regel.)

Ich denke an die beiden noch jungen Männer, die in den letzten Wochen schlagartig aus dem Leben gerissen wurden.
Nicht durch die Pandemie.

Alle reden von der Suche nach der ,neuen Normalität’.
Ich möchte in sie mitnehmen, dass das Leben selbst die Ausnahme ist.
Das absolute,
ganz und gar nicht selbstverständliche,
erstaunliche und nicht zu erwartende Besondere.
Die schwebende Seifenblase.
Die strahlende Sternschnuppe.
Das unverdiente Gottesgeschenk.
(Nur so – und nicht als Credo einer Normalität – macht auch das carpe diem Sinn: Jeden Tag als Wunder geniessen.)


Philipp Roth

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