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Unter uns

Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!
Käme ich zum Ende: Noch immer bin ich bei dir.       Psalm 139, 17-18



Ein strahlender Tag. Mein Velo kennt den Weg fast von selbst. Zum ersten Mal seit Wochen habe ich wieder eine Abdankungsfeier auf dem Hörnli nicht nur am Grab, sondern in einer Kapelle. Das Versammlungsverbot auf dem Friedhof ist aufgehoben. Was unter Einhaltung der Distanzen möglich ist, ist erlaubt. 

Hinter der Haupttor empfängt mich die Allee mit den akkurat geschnittenen Tuja. Und mit der Wortinstallation des Berner Künstlers Matthias Zurbrügg. Ich fahre durch die ZEIT und das LASSEN auf das LOS zu. Und frage mich, was bei mir am meisten angesagt wäre: Das sich Zeit Lassen? Das Loslassen? Oder dem Zeitlosen mehr Raum zu geben? Die letzten Wochen haben vieles in Fluss gebracht. Die Grundfragen konnten ihre Wurzeln tiefer treiben. Warum sollten die Antworten, die man mit dem eigenen Leben darauf gibt, nun nicht gleichermassen neue und wilde Blüten in den Himmel treiben?

Matthias Zurbrügg konnte seine Wortbilder noch zu Beginn der C-Zeit installieren. Die literarischen Führungen mussten abgesagt werden. Bei einem Spaziergang durch den blühenden Friedhofspark lassen sich über zwei Dutzend Interventionen mit Holzlettern entdecken. Leichtfüssig und tiefgründig gleichermassen. Lohnend.

Die Abdankung im Covid-19-Stil gibt ein seltsames Bild. Rund 40 Personen in einer grossen Kapelle wie auf einem Spielbrett verteilt. Rund jeder dritte Stuhl ist besetzt. Bitte ich die Familien oft, sich zusammen zu setzen, haben sie nun absichtlich das Gegenteil gemacht. Es erinnert mich an die Gymnastikvorführung beim Turnfest. Jede und jeder hat genug Platz, seinen Oberkörper kreisen und seine Arme schwingen zu lassen. Die Maske stört nicht erst beim Singen, aber spätestens dann, erheblich.

Als wir nach der Feier in der Kapelle zum Grab gehen, kommen wir am Gemeinschaftsgrab vorbei. Ein grosses Feld, in dem Dutzende Urnen anonym begraben sind. UNTER UNS steht in den Rasen geschrieben. 

Das alte Lebenstempo liess uns oft das Allerbanalste vergessen. Dass wir vergänglich sind. Das ist nun wieder mit einer deutlich stärkeren Verdrängungsleistung verbunden. ZEIT LASSEN - Entschleunigung - bedeutet auch, wieder damit leben zu lernen, dass der Tod unter uns, in uns ist. Das ist nicht Lebensminderung, sondern -vertiefung. ,Geh aus mein Herz und suche Freud' hatten wir gesungen, bevor wir uns auf den Weg gemacht hatten. Es hatte sogar durch die Masken kräftig geklungen. Die Verstorbene hatte Jahrgang 1919.

Philipp Roth

Ausstellung ZEIT LOS LASSEN, verlängert bis 16. August


E-Church:
Morgen Mi, 18-19 auf ZOOM: TheoTischRunde zum Thema ,Komfortzone Corona?' oder: ,Warum habt ihr so Angst?' Dabeisein via Link, der morgen auf der Homepage veröffentlicht oder via Newsletter und Mail verschickt wird (Mail an philipp.roth@erk-bs.ch).
Heute Di, 18, Taizé-Gebet
Morgen Mi, 17:30, THEODORli
Do, 18:30, Kirchenfenster

So, 10. Mai, 10:00, ,We shall overcome', Gottesdienst aus der Dorfkirche Kleinhüningen mit den theol. Praktikanten Joshua Nickelson & Mike Koch.

Sämtliche bisherigen Gottesdienste, THEODORli, Taizé-Gebete, Kirchenfenster etc. finden sich auf unserem Youtube-Kanal der Kirchgemeinde Kleinbasel.

-> Die Gottesdienste können auch beim Sekretariat auf USB bezogen und auf dem TV geschaut werden. Ein Angebot für alle, die nicht Online sind: Senior*innen, Nachbarn, Eltern... Bitte mithelfen! 061 681 37 88 / eveline.michel@erk-bs.ch


Einander im Ohr: Mit unserer Playlist kann man hören, was andere dieser Tage hören. Und es hat noch Platz für weitere Stücke der Stunde. Durchgeben an philipp.roth@erk-bs.ch


Alle Infos, Kontaktdaten und Angebote der Kirchgemeinde immer aktuell hier.




 

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