Bei der Fahrt in die Ostschweiz ragen die überzuckerten Churfirsten wie Zähne eines Urviehs in das makellose Himmelsblau, von Flugzeugen unzerkratzt. In diesen Zeiten der sich überstürzenden Ereignisse und der minimierten Planbarkeiten übt das zeitlos Bleibende einen besonderen Trost aus. Dazu gehören auch die Bäume, die von unserem Gstürm völlig unberührt, aber auf einer grossen Bühne wie schon lange nicht mehr, vor unseren Augen ihre betörende Veränderung in eine Lebenspracht zelebrieren.
Hat nicht bereits der vorsokratische Uraltphilosoph Heraklit gesagt: Nichts ist so beständig wie der Wandel? Doch ist auch der Wandel bereits wieder eine sehr menschlische Kategorie. Für die Schildkröten in unserem Garten fühlt sich dieser Frühling kaum besonders an. Und für die Churfirsten muss man Veränderung schon in Jahrtausenden und Millionen messen, damit sie überhaupt sichtbar wird.
Was bleibt? frage ich oft, wenn ich mit Angehörigen am Grab stehe. Und zitiere dann einen Herzsatz der Bibel: Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, dieses drei; die Liebe aber ist die grösste unter ihnen. (1. Korinther 13, 13) ,Was bleibt, stiften die Liebenden,' steht auf einem Buch von Jörg Zink, das in meiner Bücherwand steht. Ich glaube, dass Gott der schlechthin Liebende ist. Dann ist er der Stifter des Bleibenden - Sterne. Berge. Bäume. Ewigkeit... Und der Stifter des besonderen Trostes in stürmischen Zeiten.
Ich habe Rudolf Bohren, Schweizer Theologe aus dem Berner Oberland, gerade noch als Lehrer fürs Predigen kennengelernt. Theo-logie war für ihn immer auch Theo-poesie. Seinen Abendsegen in unserem Gesangbuch (RG 593) liebe ich besonders. Im App ,from' des Reformierten Bundes in Deutsclnand in Zusammenarbeit mit der Zürcher Landeskirche stosse ich auf seinen Osterpsalm, in dem er seine Heimatberge besingt:
engelhorn wetterhorn schreckhorn silberhorn
schlag mit den flügeln
wettere
schrecke
blas die silbertrompet
tanze wald
tanzet ihr tannen
das auferstehungsorchester
intoniert die ouverture
zur letzten oper
halleluja
schlag mit den flügeln
wettere
schrecke
blas die silbertrompet
tanze wald
tanzet ihr tannen
das auferstehungsorchester
intoniert die ouverture
zur letzten oper
halleluja
,Blick nach oben und sieh' heisst das Thema des E-Church-Gottesdienstes diesen Sonntag mit einem Abschnitt aus dem Prophetenbuch von Jesaja. In stürmischen Zeiten besser erkennen, was bleibt - und was des Bleibens wert ist - ist zugleich Chance, Hoffnung und Bitte.
Philipp Roth
E-Church:
Auf unserem Youtube-Kanal der Kirchgemeinde Kleinbasel findet man die Josefsgeschichte in 5 Teilen für Kinder und das Kirchenfenster dieer Woche sowie die sämtliche älteren ,Sedungen'.
- Und am Sonntag, 19.4., 10:00 folgt ,Blick nach oben und sieh' - ein Gottesdienst aus der Dorfkirche Kleinhüningen, mit Francoise Matile, Emma Gautschi, Kathrin Knöpfli, Claudio Röthlisberger & Pfarrer Philipp Roth. Produktion. Rudolf Steiner.
-> Die Gottesdienste können auch beim Sekretariat auf USB bezogen und auf dem TV geschaut werden. Ein Angebot für alle, die nicht Online sind: Senior*innen, Nachbarn, Eltern... Bitte mithelfen! 061 681 37 88 / eveline.michel@erk-bs.ch
Einander im Ohr: Mit unserer Playlist kann man hören, was andere dieser Tage hören. Und es hat noch Platz für weitere Stücke der Stunde. Durchgeben an philipp.roth@erk-bs.ch
Alle Infos, Kontaktdaten und Angebote der Kirchgemeinde immer aktualisiert hier.

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