Direkt zum Hauptbereich

Schwergläubig



In diesem Leben können wir ja nur an Gott glauben,wir können ihn noch nicht sehen.  2. Korinther 5, 7

Ich bin ein Schwergläubiger.

Die Leichtgläubigen
glauben leichter
an Wunder und Willen,

Hoffnung und Heilung,
Geist und Gericht.
Jungfrauengeburt, Christkind, Santaclaus?
Easy, Lord.

Konzepte wie das Gute im Menschen
und das Böse im Menschen
nehmen sie leicht.
Auch das Reich des Guten und des Bösen.
Patriotismus. Kommunismus.
Weltmission. Verschwörungstheorie.
Wirklichkeit - faktisch alternativ.

Ich bin ein Schwergläubiger.

Die Leichtgläubigen
glauben zu wissen,
was sie wissen.
Und sind dann sicher:
Das ist zu tun.
Die Schwergläubigen
glauben zu wissen,
dass sie nichts wissen.
Und sind dann nie sicher,
ob das, was sie tun,
wirklich das Beste ist.

Ich bin ein Schwergläubiger.
Kann manchmal
kaum glauben
dass ich glaube.
Und dich glaube,
das ist gut.

Für die Leichtgläubigen
ging Jesus übers Wasser.

Für die Schwergläubigen
ging Jesus ans Kreuz.

Und auch das
ist manchmal
schwer zu glauben.

philipp.roth@erk-bs.ch
Kirchgemeinde Kleinbasel



Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

liedlos glücklich?

Tragt euch gegenseitig Psalmen und Hymnen und geistliche Lieder vor. Singt für den Herrn und preist ihn aus vollem Herzen !  Epheser 5, 19 Ich warte gerne mit einem Blog, bis sich die Gedanken etwas gesetzt und geklärt haben. Diesmal gelingt es nicht. Ab Pfingsten dürfen wir uns wieder in der Kirche zum Gottesdienst versammeln. Noch ist nicht entscheiden, wie das bei uns konkret aussehen wird. Noch ist auch nicht entschieden, ob das, was dann stattfinden kann, sich annähernd so anfühlen wird, wie das, was mal war. ,Der Weg zurück ist schwieriger als der Weg heraus,' ist bereits ein geflügeltes Wort. Und in unserem Fall ist das ,zurück' hauptsächlich örtlich zu verstehen. Von der E-Church geht es wieder in die Reality-Church. Darauf freue ich mich. Auf die analogen Begegnungen, das Grüssen, in die Augen schauen und ins Gesicht sagen. Einander gegenüberstehen und sich spüren. Und auf das direkte Miteinander in unseren schönen, erinnerungsgetränkten Gemeinschaftsräumen, man...

Panther

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?  Psalm 139, 7 Lange her seit der Erstbegegnung mit Rainer Maria Rilke irgendwann in der Schule. Ich sah den Panther hinter Gittern vor mir. Sein Fell, seine Krallen und Zähne. Letzte Woche holte es mich wieder ein. Als Isolationsgedicht. Ich schaue dem Panther in die Augen und aus ihnen schauen die Menschen zurück, die mir in den letzten Tagen ihre Langeweile oder Einsamkeit geklagt haben. Längst genug herumgetigert (herumge panther t, wenn mans genau nimmt). Der ,grosse betäubte Wille’ träumt vom ,Bündelitag’. Manchmal könnte man in die Stäbe beissen. Kyrie eleison. Im Jardin des Plantes, Paris Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitt...