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There will be a light

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten.  Matthäus 5, 16 Erwache heute unter bedecktem Himmel. Und mit einem Song im Ohr.  Habe gestern um 8 ein Licht ins Fenster gestellt. (Die Ökumenische Aktion lädt jeden Donnerstag dazu ein - mit einem Gebet. Ich finds täglich schön, besonders wenn das Licht Nachbarn kriegt.) Es gibt viele Lichtsongs. Die Lichtmetapher wird/wirkt oft ausgelutscht. Jetzt, in den verlassenenen Strassen, leuchtet es anders. In meinem Lieblings Film-Podcast wird '28 days later' erwähnt. Der Endzeit-Film erzählt von einem Virenausbruch in einem Londoner Spital. Ich erinnere mich an die Strassenschluchten und Highwaykreuzungen aus der Vogelschau. Die Autos mussten in mühsamer Kleinarbeit einzeln digital aus den Aufnahmen entfernt werden. Nun wäre es einfach. Ich gehe in die Küche und suche im Netz den Song. Während die Kaffeemaschine aufwärmt, füllt er die Küche. ,There will be a light' singt Ben Harper. Mit seiner Stimme, die immer gleichzhei...

Wie man sich kleidet

Ich ziehe ein weisses Hemd an. In zwei Stunden zeichnen wir in der Theodorskirche den Gottesdienst für den Stream am Sonntag um 10 Uhr auf (vgl. Link unten). Ich spüre, wie ich diese Rituale brauche und schätze. Es war keine Frage, dass wir den Gottesdienst in der Kirche aufzeichnen. In unserem vertrauten Sonntags-Feier-Raum. Und es war keine Frage, dass wir uns dazu sonntäglich anziehen. Unsere Stimmung mag grad so oder so sein. Entscheidendes kommt von aussen und wirkt nach innen. Jetzt sind es: Morgendusche. Musik. Sonne. Frühstück. Telefonanruf. Vogellied. WhatsApp-Morgengruss. Das weisse Hemd. Bald Orgelmusik. Stille. Besinnung. Und das gute Wort, das man sich nicht selber sagt. Ich erinnere mich an meinen letzten Auftritt in Anzug und weissem Hemd. Es war vergangenen Montag. Eine Beisetzung auf dem Friedhof. Am Nachmittag erklärte der Bunderat die ,ausserordentliche Lage'. Die Urne wurde in einer Nische beigesetzt. Ein Loch in der Wand statt eines Lochs im Boden. Wir stan...

Infomanagement

Ferdinand Hodler, Mädchen mit Mohnblume, 1890, Kunstmuseum Bern Betet ohne Unterlass! 1. Thessalonicher 5, 17 Heute Nacht habe ich auch die Zeit zwischen 2:30 und 4 Uhr mit dem Virus im Kopf verbracht. Die Stadt lag still. Ich nicht. Gestern sass das Virus bereits in allen Telefonaten, als ich den Hörer abnahm, sass da, als wäre es eine riesige grinsende Giftkröte und kein Mikroorganismus. Die Mails ohne es entlarvten sich bereits durch seine Abwesenheit als Werbung. Und in den wenigen Direktbegegnungen ausser Haus füllte es spielend den wegen ihm gebotenen gebotenen Abstand aus, als wären wir Buchstützen und er ein Stapel Schundhefte. ,Social distancing' für ,viral filling'... Wehe aber, ich machte Pause und schaltete das Radio an. Oder den Fernseher. Überall nur ES. Und dabei sind das alles noch 'alte' Medien. Von Internet und social media fange ich gar nicht an... Im Studium habe ich den Begriff ,Ubiquität' gelernt. In der Theologie bezeichnet er die Al...